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Meine Antworten auf die häufigsten Anfängerfragen

Gitarrenschüler FAQ - Häufige Fragen von Anfängern beim Gitarre lernen

Ich unterrichte sehr häufig Schüler, die komplett bei 0 anfangen, Für mich ist das etwas sehr Schönes, da die Freude und Neugier, die meine Schüler dadurch erleben, dass sie etwas völlig Neues ausprobieren, sich auch auf mich überträgt. Zumal es mich freut, wenn ich jemandem die Begeisterung für die Gitarre näher bringen kann 😊 . In den ersten Stunden stellen meine Anfänger oft dieselben oder ähnliche Fragen. Daher habe ich für diesen Artikel die häufigsten Fragen oder auch solche gesammelt, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind. Ich hoffe, dass sich für dich auch das ein oder andere klärt, damit du durchstarten kannst.

 

Legen wir also los mit Frage 1:

 

1. Wie lange dauert es, bis ich Hornhaut aufgebaut habe und es beim Greifen nicht mehr so wehtut?

 Wenn du täglich ein paar Minuten spielst und greifen übst,wirst du nach 1-2 Wochen merken, dass sich eine Hornhautschicht auf deinen Fingern bildet. Und so wird es auch immer weniger wehtun. Meiner Erfahrung nach bauen die Finger erstmal recht viel Hornhaut auf, sie wollen sich ja schließlich schützen. Mit der Zeit löst sich ein Teil davon wieder und du hast eine permanente Schutzschicht. Diese baut sich aber auch sehr schnell wieder ab, wenn du mal länger nicht spielst, also: täglich üben!

 

2. Sollte ich mit Plektrum oder mit den Fingern spielen?

Letztendlich ist das eine Geschmacksfrage, die du dir mit der Zeit selbst beantworten kannst und solltest. Mit den Fingern zu spielen klingt nunmal anders und du musst dafür andere Dinge üben, als wenn du mit dem Plektrum anschlägst. Natürlich kommt es auch immer darauf an, was du spielen möchtest. Wenn du eher die Akustikgitarre bevorzugst, wirst du mit der Zeit sicher auch mal fingerstyle spielen wollen, als E-Gitarrist wirst du meistens zum Plektrum greifen. Ich ermutige meine Schüler immer dazu, beides auszuprobieren und auch du solltest das tun.

 [Zusatztipp]: Kaufe dir am besten einen Mischsatz mit dünnen (thin), mittleren (medium) und harten (hard) Plektren und probiere aus, welche Stärke für dich am besten ist. Anfangs wirst du vermutlich mit den dünnen am besten zurechtkommen, da diese nachgiebiger sind und dir nicht direkt aus der Hand fliegen, wenn du mal an den Saiten hängen bleibst 😉 . Manche bevorzugen aber direkt die Medium Picks.

 

3. Wie lange dauert es, bis ich einen Song spielen kann?

Das hängt ganz davon ab, wie viel du übst und natürlich auch davon, wie schnell du lernst. Meine Schüler lernen schon mit ihren ersten drei Akkorden E-, A- und D-Dur einfache Lieder zu spielen, also meist in der zweiten oder dritten Stunde. Mit jedem neuen Akkord, den sie lernen, lernen sie auch einen neuen Song. Bis du komplizierte Sachen spielen kannst, dauert es natürlich ein wenig, je nachdem, was der Song von dir verlangt. Aber auch, wenn es gut ist dir bestimmte Songs zum Ziel zu setzen, solltest du dich nicht stressen. Gitarre ist schließlich etwas, bei dem du immer etwas dazulernen kannst, also wirst du nach dem nächsten Song einen weiteren Song lernen wollen. Und noch einen, und noch einen, und noch einen….

 

4. Wie viel sollte ich üben?

Am Anfang reichen 15 Minuten täglich. Schließlich hast du noch nicht so viel, was du üben kannst und immer das gleiche zu spielen ist auf Dauer auch langweilig. Aber natürlich kannst du dir noch mehr suchen, womit du üben kannst. Entweder Songs die du mit den Akkorden spielen kannst, die du schon gelernt hast, oder du versuchst dich an neuen Dingen. Mehr üben geht immer und solang es dir Spaß macht, ist es gut und bringt dich weiter. Dennoch solltest du Dinge, die du dir selbst angeeignet hast, auch mit deinem Gitarrenlehrer besprechen und ihm zeigen, wie du sie spielst. So kann dieser direkt mögliche Fehler korrigieren und dir individuelle Tipps geben.

 

5. Wie feste muss ich die Saiten auf’s Griffbrett drücken?

Gerade am Anfang hast du das Gefühl, du müsstest die Saiten mit Gewalt herunterdrücken, um einen Ton rauszubekommen. Es tut weh, die Saiten graben sich in deine weichen Fingerkuppen und es fühlt sich an, als bräuchtest du unendlich viel Kraft für’s Gitarre spielen. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie feste du tatsächlich drücken musst, kannst du folgende Übung ausprobieren: lege deinen Zeigefinger auf eine beliebige Saite im 5. Bund, z.B. auf die g-Saite. Nun fängst du an, die Saite nach und nach herunterzudrücken, bis du erst ein Schnarren und dann einen sauberen Ton hörst. Drücke ruhig noch fester und achte darauf, wie sich der Ton verändert. Viele neigen am Anfang dazu, die Saiten zu feste zu drücken, wodurch Akkorde auf einmal schräg klingen, obwohl die Gitarre gestimmt ist. Durch den starken Druck klingt der Ton nämlich höher als er sollte.

 

Lasse nun die Saite allmählich wieder los. Versuche so auch herauszufinden, wie du greifen musst um einen sauberen Ton zu bekommen. Sobald nichts mehr schnarrt, drückst du feste genug. Du musst also gar nicht so viel Kraft aufwenden, wie du jetzt vielleicht denkst.

 

6. Wie häufig muss ich die Gitarre stimmen?

Du solltest jedes Mal, bevor du anfängst zu spielen, überprüfen, ob alle Saiten stimmen. Erstens klingt eine gestimmte Gitarre viel besser und zweitens gewöhnst du dich so direkt an die richtigen Klänge. Die nächste Frage schließt hier nahtlos an:

 

7. Warum verstimmt sich meine Gitarre so häufig?

Das hatte bei meinen Schülern bisher zwei Gründe: Manche kommen mit quasi antiken Saiten auf ihrer Gitarre zur ersten Stunde, diese verstimmen sich natürlich beim Spielen öfter. Wenn du dich nun angesprochen fühlst, solltest du also dringend deine Saiten wechseln. Andere Schüler hatten gerade neue Saiten drauf, diese aber nicht gedehnt. Da hilft es, wenn du jede Saite über’s gesamte Griffbrett ein paar Mal hochziehst, nachstimmst und den Vorgang so lange wiederholst, bis die Saite sich nicht mehr verstimmt

 

8. Kann ich später von Akustikgitarre auf E-Gitarre umsteigen? Ist der Umstieg dann leichter?

Auch, wenn du auf der Akustikgitarre zum Teil andere Songs und Techniken spielst, als auf der E-Gitarre, ist ein Umstieg unproblematisch. Er sollte dir sogar relativ leicht fallen, denn die Saitenlage und -spannung ist bei einer E-Gitarre deutlich niedriger. Somit ist das Greifen wesentlich angenehmer. Dennoch profitierst du von den Dingen, die du bisher gelernt hast, denn auf einer Akustik musst du wirklich sauber greifen und baust außerdem, gerade bei einer Western mit Stahlsaiten, ordentlich Kraft auf.

 

9. Wie lang sollten meine Fingernägel sein?

Keine Frage in dem Sinne, aber das Problem kam während der ersten Stunde bei vielen meiner Schüler auf. Bei einigen klangen die ersten Akkorde einfach nicht, weil sie die Finger beim Greifen nicht richtig rund machen konnten und so benachbarte Saiten abgedämpft wurden. Schuld waren oft zu lange Fingernägel, die schnell im Weg waren. Daher: Fingernägel schneiden, besonders an der Greifhand! Als Richtwert: Ich schneide fast den kompletten weißen Teil weg.

 

10. Wie viele Akkorde gibt es?

Es gibt zwölf Halbtöne. Von jedem Ton kannst du Dur, Moll- und verminderte Akkorde bilden. Damit hast du schonmal 36. Dazu vier Arten von Vierklängen pro Ton, macht 48, also 84 Akkorde bisher. Dann gibt es noch übermäßige Akkorde, verschiedene Akkorderweiterungen, Umkehrungen, offene Akkorde, Barréeakkorde…

 …

Also: verdammt viele! Aber keine Sorge, die musst du nicht alle auswendig lernen, sondern wirst mit der Zeit selber Griffe herleiten können, sofern du dich mit Musiktheorie beschäftigst.

 

So viel also zu den Fragen, die viele Anfänger zum Grübeln bringen 😊 . Wenn du noch auf der Suche nach einem Gitarrenlehrer sein solltest, kannst du mich gerne kontaktieren. Ich unterrichte auch über Skype.

 

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