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Gehörbildung für Gitarristen - Sekunden & Terzen

Heute beginnen wir mit den Grundlagen für Gehörbildung und den beiden Intervallen Sekunde und Terz. Ein gutes Gehör ist unerlässlich, wenn du die Ideen, die du in deinem Kopf hörst, auf Gitarre umsetzen können möchtest. Natürlich hat es noch viele weitere Vorteile, wie dass du dich auf deine Bandkollegen einstellen kannst, wenn ihr improvisiert, deine Gitarre nach Gehör stimmen kannst usw. Wenn du mit Gehörbildung beginnst, solltest du dir zunächst bewusst machen was genau du hörst. Intervalle sind dein Einstieg in die Materie, da sie die Basis für Skalen, Melodien und Akkorde sind. Wir werden in diesem Artikel die Theorie direkt auf’s Griffbrett übertragen, denn schließlich ist es wichtig, dass du weißt, wie du Intervalle auf der Gitarre findest, damit du sie spielen und hören kannst.

 

Intervalle bezeichnen den Abstand zweier Töne zueinander. Du kannst sie also als Maßeinheit betrachten, nur sprechen wir statt von Zentimetern und Metern von Halb- und Ganztönen. Der Ton, von dem aus du ,,misst“ bzw. der Grundton einer Tonleiter wird Prime genannt. Jetzt wollen wir zum nächsten, also zum zweiten Ton gehen. Das ist die Sekunde. Denke als Eselsbrücke einfach an den englischen Begriff für second = zweiter oder zweitens. Hier unterscheidest du zwischen kleiner und großer Sekunde. Wenn du also vom gespielten Ton einen Bund bzw Halbton weitergehst, erhältst du eine kleine Sekunde. Wir gehen hier vom Grundton A im 5. Bund auf der tiefen E-Saite aus, also findest du die kleine Sekunde im 6. Bund.

 

Zwei Bünde bzw Halbtöne oder auch einen Ganzton weiter findest du die große Sekunde. In unserem Beispiel also im 7. Bund:

Kleine und große Sekunde auf einer Saite
Kleine und große Sekunde auf einer Saite

Sekunden kannst du bequem auf einer Saite spielen. Auf benachbarten Saiten geht es natürlich auch, allerdings musst du die Greifhand für die kleine Sekunde hier schon etwas strecken. Die Pattern sind auf fast allen Saiten gleich. Beginne im 8. Bund auf der tiefen E-Saite und spiele die kleine Sekunde auf der A-Saite im 4. und die große Sekunde auf der A-Saite im 5. Bund. Und so gehst du weiter bis zur g-Saite. Auf der g- und b-Saite ist das Pattern dann anders. Die kleine Sekunde vom D# im 8. Bund auf der g-Saite findest du auf der b-Saite im 5. Bund und die große entsprechend wieder einen Bund höher:

Sekunden auf benachbarten Saiten
Sekunden auf benachbarten Saiten

Das nächste Intervall, das ich dir erklären möchte, ist die Terz. Auch hier unterscheidet man zwischen kleiner und großer Terz. Die kleine Terz ist drei Halbtöne bzw. Bünde vom Grundton entfernt. Von unserem Grundton A aus gesehen, befindet sie sich also im 8. Bund auf der tiefen E-Saite:

Kleine Terz auf einer Saite
Kleine Terz auf einer Saite

Und so sehen kleine Terzen auf benachbarten Saiten aus. Wieder ist das Pattern auf allen Saiten außer der g- und b-Saite gleich, du beginnst dieses Mal im 7. Bund und findest die kleine Terz auf der nächsthöheren Saite im 5. Bund. Auf der g- und b-Saite greifst du auf der g-Saite im 7. und auf der b-Saite im 6. Bund:

Kleine Terzen auf benachbarten Saiten
Kleine Terzen auf benachbarten Saiten

Die große Terz ist vier Halb- bzw zwei Ganztöne vom Grundton entfernt. Wenn du sie auf einer Saite spielst, ist die Streckung wieder etwas größer, aber machbar. Vom Grundton A aus befindet sich die große Terz im 9. Bund:

Große Terz auf einer Saite
Große Terz auf einer Saite

Auf benachbarten Saiten ist es deutlich bequemer. Beginne im 5. Bund und greife die große Terz auf der nächsthöheren Saite im 4. Bund. Auf der g- und b-Saite greifst du auf beiden Saiten im 5. Bund:

Große Terzen auf benachbarten Saiten
Große Terzen auf benachbarten Saiten

Spiele diese Intervalle über’s ganze Griffbrett und verinnerliche ihren Klang. Je häufiger du das übst, desto schneller wirst sie erkennen, wenn du sie hörst. Versuche auch, die Intervalle nachzusingen, während du spielst. So entwickelst du dein inneres Ohr.

 

Natürlich erkläre ich dir auch die anderen Intervalle. Für’s Erste ist es aber gut, wenn du dich auf Sekunden und Terzen beschränkst und dir Zeit nimmst, sie ins Ohr zu bekommen. Viel Spaß beim Hören üben 😊 !

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