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Gehörbildung für Gitarristen - Quarten & Quinten

Quarten und Quinten auf dem Griffbrett

Es geht weiter mit den Intervallen, und zwar mit der Quarte und der Quinte. Wenn du meinen ersten Artikel zum Thema Gehörbildung gelesen hast, kennst du ja bereits Sekunden und Terzen und weißt hoffentlich, wie sie klingen. Ansonsten kannst du eben dein Wissen auffrischen und anschließend hier weiterlesen 😊 .

 

Wenn du Intervalle lernst ist es hilfreich, wenn du diese mit bestimmten Songs oder Klängen verbindest, damit du sie dir besser merken kannst. Den Klang einer Quarte kannst du dir am besten einprägen, indem du an ein Martinshorn denkst. Und auch die ungegriffenen Gitarrensaiten E und A, A und D, D und g und b und e sind klanglich jeweils eine Quarte voneinander entfernt. Weitere Eselsbrücken für dieses Intervall wären

 

   - der Karnevalstusch (aber den will sicher niemand im Ohr haben 😉 )

   - das Smoke On The Water-Riff (als harmonisches Intervall. Die Töne erklingen also    

     gleichzeitig und nicht nacheinander)

 

Die Quinte klingt eher neutral, hat keine Reibung oder Spannung. Wenn du musikalisch in die rockige Richtung gehst, sollte dir der Klang dieses Intervalls vor allem von den allseits beliebten Powerchords bekannt vorkommen.

 

Die Quarte spielst du auf dem Griffbrett am besten auf benachbarten Saiten. Sie ist fünf Halbtöne vom Grundton entfernt, wenn wir wieder vom A auf der tiefen E-Saite im 5. Bund ausgehen also auf derselben Saite im 10. Bund. Da wir aber die Quarte vom Grundton auf der A-Saite greifen wollen, spielst du diese im 5. Bund, du setzt also deinen Zeige- und Mittelfinger hintereinander. Du kannst die Quarte natürlich auch mit einem ,,Abroller“ deines Zeigefingers von der tieferen auf die höhere Saite spielen, aber die erste Variante ist für die meisten bequemer. Dieser Fingersatz bleibt wieder für alle Saiten gleich, außer der g- und b-Saite. Um hier eine Quarte zu greifen, spielst du die g-Saite im 5. und die b-Saite im 6. Bund:

Quarten auf benachbarten Saiten

Die Quinte befindet sich sieben Halbtöne vom Grundton entfernt, auf der tiefen E-Saite vom A aus also im 12. Bund. Und – du kannst es dir denken – auf der A-Saite findest du die Quinte entsprechend im 7. Bund, greifst auf den benachbarten Saiten also einen Powerchord. Auch dieser Fingersatz ändert sich nur für die g- und b-Saite und du musst die b-Saite im 8. statt im 7. Bund greifen:

Quinten auf benachbarten Saiten

Fünf und sieben Halbtöne? Wo ist denn der Ton dazwischen? Zwischen Quarte und Quinte liegt ein weiteres Intervall, der Tritonus. Je nach Kontext sagt man dazu auch ,,übermäßige Quarte“ oder ,,verminderte Quinte“. Dieses Intervall klingt sehr spannungsreich und wird gerne im Jazz und Blues verwendet. Aber auch Metaler finden Gefallen am ,,bösen“ Klang, gerade mit viel Verzerrung. Der Tritonus liegt also sechs Halbtöne vom Grundton entfernt, vom A aus entsprechend auf der tiefen E-Saite im 11. Bund. Auf der A-Saite findest du den Tritonus dann im 6. Bund. Auf der g- und b-Saite greifst du im 5. und 7. Bund. Achte beim Spielen auf den ,,unbequemen“ Klang:

Tritonus auf benachbarten Saiten

Nehme dir beim Üben dieser Intervalle wieder Zeit und spiele über’s gesamte Griffbrett. Denke auch daran, die Töne beim Spielen mitzusingen. Die Verbindung zwischen Stimme und innerem Ohr ist für die Gehörbildung nämlich nicht zu unterschätzen.

 

Im nächsten Teil dieser Reihe folgt dann die Sexte. Schau also regelmäßig hier vorbei oder folge mir auf Instagram, wenn du diesen nicht verpassen möchtest 😊 .

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