· 

Garantiert groovige Funk-Licks

Im dritten Teil meiner Stilfrage-Reihe zeige ich dir zwei Funk-Licks, mit denen du die für diesen Stil wichtigsten Dinge lernst: die saubere Dämpfung der Greifhand und die gleichmäßige Bewegung deiner Schlaghand. Wenn du also gerade mit Funkgitarre anfängst, bist du hier richtig!

 

Den Funk-Sound kannst du besonders gut mit einer Strat plus Single Coils nachbilden, z.B. mit einer guten alten Fender. Ich nehme dafür gerne die dritte oder vierte Pickupposition. Deinen Amp stellst du clean ein, aber gerade bei funkigen Licks im Crossover kann ein leicht angezerrter Sound auch gut klingen. Ein Beispiel dafür ist z.B. der Song Rogues von Incubus. Besonders schön kommen Funk-Licks natürlich mit Wah-Wah, aber für die folgenden spielen wir erstmal ohne. Schließlich geht’s erstmal um die Technik, Spielereien kommen später. Du darfst ruhig etwas fester anschlagen, damit es knackiger klingt. Bei den Ghost Notes reicht es, wenn du die hohen 1-2 Saiten triffst. Was Akkorde angeht, kommen im Funk vor allem Formen auf den hohen 3-4 Saiten vor. Meist spielst du verschiedene Variationen von Vierklängen wie Dominantseptakkorde, aber auch Dreiklänge finden Verwendung.

 

Für die beiden folgenden Licks ist vor allem der Groove entscheidend. Hier sind deine Greif- und Schlaghand gleich wichtig. Die Schlaghand ist der Antrieb und bewegt sich gleichmäßig in 16teln, während die linke Hand durch das Greifen und Dämpfen den Rhythmus macht. Sehen wir uns einfach das erste Lick an:

Funk-Lick 1
Funk-Lick 1, Teil 2

Hier spielst du einen E Moll und einen A Moll Akkord und kannst damit übrigens prima‚Sing von Ed Sheeran begleiten. Auf die 1 spielst du einen Swing-Rhythmus, der erste Anschlag ist also länger als der zweite. Wie du siehst, spielst du hier eine synkopierte bzw. punktierte Achtel. Der Punkt hinter der Achtelnote bedeutet, dass diese eine 16tel länger klingt, bevor du dann die 16tel kurz vor dem zweiten Taktschlag spielst. Am Anfang kannst du den Rhythmus komplett mit 16teln spielen und die Synkope mit Ghost Notes auffüllen. Du spielst also auf die 1 eine 16tel auf dem offenen Akkord, dann zwei Ghost Notes, also abgedämpfte Anschläge, und dann wieder den offenen Akkord für die letzte 16tel. Sobald der Rhythmus sitzt, lässt du die Ghost Notes weg und machst stattdessen Luftschläge über die Saiten. Beobachte beim Spielen deine Schlaghand, dafür kannst du dich auch vor einen Spiegel setzen. Bewegt sie sich während der Synkope gleichmäßig? Dann ist natürlich auch die Dämpfung deiner Greifhand wichtig. Du solltest die Akkorde so kurz wie möglich klingen lassen und dann den Griff lösen. Deine Finger bleiben weiter auf den Saiten liegen, du musst also darauf achten, dass du alle Finger gleichzeitig anhebst, sodass keine Saite mehr auf’s Griffbrett gedrückt wird. Durch die Berührung der Saiten erreichst du dann die Dämpfung für die Ghost Notes. Die D-Saite kannst du mit der Spitze deines Zeigefingers abdämpfen, wenn du für E Moll einen Mini-Barrée im 3. bzw für A Moll einen Mini-Barrée im 5. Bund machst. Um Obertöne zu vermeiden, solltest du zusätzlich die tiefe E- und A-Saite mit dem Daumen dämpfen. Dafür legst du, ganz wie Jimi Hendrix, deinen Daumen über den Hals und dämpfst mit der Fingerkuppe die Saiten. Das ist gerade am Anfang recht kniffelig, aber übe es dennoch. Im Funk ist eine gute Dämpftechnik enorm wichtig. Wenn du mit der Dämpfung mit dem Daumen gar nicht zurechtkommst, kannst du für den Anfang immer noch auf ein Fret Wrap zurückgreifen. Und denke dran: immer schön mit Metronom üben! Im Funk spielst du eher laid back, das heißt, du schlägst genau auf bzw. leicht nach dem Klick an. Auf jeden Fall solltest du darauf achten, nicht zu treibend und vor dem Klick zu spielen. Wie gesagt: der Groove ist entscheidend!

 

Das zweite Lick ist rhythmisch wie das erste, hier slidest du allerdings immer auf der 1 in den Akkord. Dafür rutscht du einfach einen Halbton, greifst also den Akkord einen Bund tiefer und machst dann mit dem Anschlag den Slide. Hier ist es am einfachsten, wenn du alle Akkorde mit Mini-Barrées greifst. Im Video zum Artikel weiter unten kannst du dir anschauen, wie ich das meine. Die Akkorde, die du hier spielst sind Gmaj7, D9, Am und als Überleitung am Ende Am 6/9:

Funk-Lick 2

Nun aber viel Spaß mit diesen Licks! Wie bei jedem Teil des Stilfrage-Workshops kannst du dir auch zu diesem die Tabs kostenlos herunterladen: Garantiert Groovige Funk-Licks

 

Und hier das Video zu diesem Artikel:

Wenn du tiefer in die Materie eintauchen möchtest, höre und transkribiere am besten Songs von bekannten Funk-Interpreten wie Tower of Power oder Nile Rodgers. So lernst du die stiltpischen Dinge direkt aus erster Hand.

Kommentare: 0