· 

Erkunde das Griffbrett mit Harmonisch Moll

Heute geht’s weiter mit dem Harmonisch Moll Workshop. Nachdem wir uns letztes Mal den Aufbau der Skala im Vergleich mit der reinen Molltonleiter in A sowie das erste Pattern der Harmonisch Moll-Skala in A angeschaut haben, zeige ich dir heute das zweite Pattern. Wenn du improvisierst, solltest du dich in den Skalen, die du kennst, auf dem Griffbrett zurechtfinden. Das zweite Pattern wird dir ermöglichen, dich über die 4. Lage bzw das erste Pattern hinaus in Harmonisch Moll zu bewegen.

 

Die Harmonisch Moll-Skala kann man, wie die Durtonleiter auch, von einem anderen Ton als dem Grundton aus starten. So ergibt sich wieder jeweils eine Skala mit eigenem Pattern, deren Verwendung auch von dem Akkord abhängt, über den du spielst. So bietet sich das zweite Pattern in Harmonisch Moll natürlich besonders für den Akkord auf der zweiten Stufe, in A Harmonisch Moll also Bdim, an. Grundsätzlich ist es hilfreich, wenn du beim Improvisieren immer die Akkordfolge im Hinterkopf hast, damit du weißt, in welcher Lage bzw in welchem Pattern du dich über welchem Akkord am besten bewegst. Natürlich solltest du alle Pattern auch durch eigene LIcks miteinander verbinden, insgesamt wirst du in diesem Workshop fünf Pattern lernen. Natürlich zeige ich dir aber auch heute wieder ein paar Licks, damit du siehst, was man so spielen kann, sowohl im 2. Pattern als auch um Pattern 1 & 2 zu verbinden.

 

Zunächst lernst du aber Pattern 2:

Auch dieses Pattern solltest du in Terzen spielen üben, sobald du es sauber auf und ab spielen kannst. Hier musst du auf die Abroller von der g- auf die b-Saite im 9. und 10. Bund achten. Du kannst beide mit dem Ringfinger oder aber den im 9. mit dem Ring- und den im 10. Bund mit dem kleinen Finger spielen. Mit dem kleinen Finger ist es natürlich etwas schwieriger, weil dieser recht schwach und schwer zu trainieren ist. Ich habe mich dafür entschieden, dir im Video weiter unten die einfachere Variante mit dem Ringfinger zu zeigen, um dir das Pattern nicht unnötig zu erschweren. Natürlich kannst du es aber auch mit dem kleinen Finger probieren. Hier also Pattern 2 in Terzen:

Nun zeige ich dir wieder ein paar Licks. Das erste Lick ist ein Verbindungslick zwischen Pattern 1 und 2:

Lick 2 ist ein Arpeggiolick. Hier musst du vor allem auf deine Schlaghand achten, denn stellenweise spielst du Insidepicking, dein Plektrum bewegt sich also zwischen zwei benachbarten Saiten. Genau gesagt mit einem Abschlag auf der höheren und einem Aufschlag auf der tieferen Saite. Diese Bewegung macht einigen Gitarristen Probleme und fühlt sich etwas komisch an, daher solltest du die Stellen mit Insidepicking – z.B. die dritte 16tel im ersten Takt im 9. Bund auf der g-Saite und die 16tel danach im 7. Bund auf der D-Saite – gesondert üben, um dich an diese Anschlagstechnik zu gewöhnen. Übe dies zunächst langsam. Wenn du mit der Technik zurechtkommst, übst du das komplette Lick, erst langsam (auf ca. 60 bpm oder weniger) und steigerst nach und nach das Tempo in 5er-Schritten. Es kann sein, dass du beim Insidepicking bei einem höheren Tempo irgendwann an eine Grenze stößt, an der du erstmal nicht weiterkommst. Übe dennoch weiter, spiele das Lick kurz schneller als in dem höchsten Tempo, in dem du es noch sauber spielen kannst - etwa um 5-10 bpm schneller - und dann wieder langsam auf 60-70 bpm. Spiele dann wieder in deinem Maximaltempo, steigere es um 5-10 bpm usw. Habe etwas Geduld, trainiere so weiter und schaue, ob du mit der Zeit über deine Grenze hinausgehen kannst. Tatsächlich ist es hier ähnlich wie beim Sport: du legst kurze Sprints ein, joggst dann wieder ein Stück und wirst dann wieder schneller. So und indem du zwischendurch deine Grenzen kurz überschreitest, steigerst du deine Ausdauer und schließlich dein Tempo.

 

Hier also Lick 2:

Im Video kannst du dir anschauen, wie das Pattern und die Licks gespielt werden:

Jetzt hast du deinen Bewegungsradius in Harmonisch Moll über’s Griffbrett also erweitert. Denke dir, wie immer, auch eigene Licks aus und improvisiere mit beiden Pattern zusammen über eine von dir aufgenommene Akkordfolge oder einen Backingtrack. Nächstes Mal gehen wir noch ein Stück weiter und schauen uns das dritte Pattern in der Skala an.

 

Bis dahin – keep grooving!

Kommentare: 0