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Drei Möglichkeiten, deine Gitarre zu stimmen

Ein Artikel über’s Gitarre stimmen??? Tatsächlich ist das Thema beim Gitarrespielen allgegenwärtig, fast schon so selbstverständlich wie atmen. Es ist eines der ersten Dinge, die ich meinen Schülern im Unterricht beibringe. Die einen Gitarristen stimmen jedes Mal, bevor sie anfangen zu spielen, manche sogar nochmal zwischendurch. Andere halten es mit dem Stimmen nicht so genau. Definitiv ist eine gestimmte Gitarre aber für deine und die Ohren deiner Zuhörer viel angenehmer. Außerdem speicherst du dir so die richtigen Klänge und Töne ab, während du spielst. Und das bildet auch dein Gehör.

 

Ich möchte dir heute drei verschiedene Möglichkeiten erklären, deine Gitarre zu stimmen. Für welche du dich entscheidest, bleibt natürlich dir überlassen. Ich mische die Varianten häufig.

 

Die gängigste Variante ist wohl das Stimmen mit einem Stimmgerät. Vielleicht hast du ein Stimmgerät der gängigen Hersteller wie Korg oder einen Clip On-Tuner, den du dir einfach an die Kopfplatte klemmst, um zu stimmen. Im Gegensatz zum Korg, bei dem du das Gitarrensignal entweder über Kabel oder das interne Mikro einspeist, stimmt der Clip On-Tuner nach den Saitenschwingungen, die über’s Holz der Gitarre zum eingebauten Sensor übertragen werden. Einige Geräte stimmen chromatisch, das heißt, du kannst dir für jeden Halbton anzeigen lassen, ob die Saite in tune ist oder nicht. Wenn du z.B. die Gitarre einen Halbton tiefer stimmst, leuchtet das Display grün, sobald die tiefe E-Saite zu D# stimmt, die A-Saite zu G#, die D-Saite zu C# usw. Das ist natürlich hilfreich, wenn du oft in Downtunings spielst.

 

Du kannst auch nach Gehör stimmen. Es ist auch sinnvoll, das so früh wie möglich zu trainieren, damit du nicht immer auf ein Stimmgerät angewiesen bist, wenn mal eine Saite verstimmt ist. Außerdem hörst du so auch eher, wenn mal was nicht stimmt. Wenn du nach Gehör stimmen willst, brauchst du kein absolutes Gehör. Wenn du in Gehörbildung geübt bist, ist das hilfreich, aber es geht vor allem darum, dass du Gegenschwingungen wahrnimmst und dich dafür sensibilisierst. Viele kennen die 5.-Bund-Methode. Wenn du die E-Saite im 5. Bund greifst und anschlägst, muss diese genauso klingen wie die leere A-Saite. Schnapp dir deine Gitarre und probiere es aus! Stimme ruhig erstmal mit einem Stimmgerät und vergleiche dann E- und A-Saite im 5. Bund miteinander. Jetzt verstimmst du die tiefe E-Saite leicht. Du hörst nun die Saiten schwingen, als würden sie gegeneinander arbeiten. Je näher du am Zielton der Saite bist, die du gerade stimmst, desto langsamer/weniger werden diese Gegenschwingungen. Natürlich musst du dann noch erkennen können, ob die Saite zu hoch oder zu tief klingt, aber das kannst du dir mit der Zeit antrainieren. Für die anderen Saiten ist das Prinzip gleich, du greifst im 5. Bund und der Ton muss genauso klingen wie der der benachbarten höheren Leersaite. Die g-Saite musst du allerdings im 4. Bund greifen, damit du den Klang mit der b-Saite vergleichen kannst.

 

Eine andere Möglichkeit nach Gehör zu stimmen, ist das stimmen mit Flageolet-Tönen. Hierfür spielst du einen Flageolet auf der tiefen E-Saite im 5. und auf der A-Saite im 7. Bund, indem du den Finger auf die Saite über dem Bundstäbchen zwischen 5. und 6. bzw 7. und 8. Bund legst und nach dem Anschlag direkt wieder anhebst. Du musst den Finger wirklich nur leicht auflegen und darfst die Saite nicht runterdrücken, sonst klingt nichts. Die Töne der beiden Saiten müssen wieder gleich klingen, achte auch hier auf Gegenschwingungen. Wieder bleibt das Prinzip für fast alle Saiten gleich, für die b-Saite spielst du allerdings den Flageoletton über dem 7. Bund auf der tiefen E-Saite und die ungegriffene b-Saite.

 

Nach Gehör zu stimmen setzt natürlich voraus, dass die Saiten zumindest teilweise korrekt stimmen. Schließlich brauchst du eine Referenz und kannst die Saiten nur so aufeinander abstimmen, dass es nicht schräg klingt. Ob du dann im richtigen Tuning bist, wirst du nicht hören können. Daher nutze ich das Stimmen nach Gehör nur, um die Stimmung nach Stimmgerät zu überprüfen oder um beim Spielen nochmal nachzujustieren.

 

Natürlich gibt es noch andere Möglichkeiten zu stimmen. Z.B. kannst du dir die Stimmtöne einfach vorspielen lassen. Und inzwischen gibt es auch einige Apps – auch kostenlos – durch welche du das Stimmgerät immer dabei haben kannst, ohne noch was extra mitschleppen zu müssen. Probiere einfach verschiedene Möglichkeiten aus. Denke aber daran, das Stimmen nach Gehör regelmäßig zu üben!

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