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Die fünfte Stufe in Harmonisch Moll

Meine Harmonisch Moll-Workshopreihe geht in die fünfte Runde. Nachdem du letztes Mal das dritte Pattern der Skala gelernt hast, folgt nun das vierte. Dieses kannst du nutzen, um über den fünften Akkord, also die Dominante, zu improvisieren. Die fünfte Stufe in Harmonisch Moll ist im Vergleich zu der in der reinen Molltonleiter sehr spannungsreich. Das liegt daran, dass es sich um einen Durakkord handelt, während die reine Molltonleiter auf der fünften Stufe einen Mollakkord aufweist. Die große Terz des Durakkords ist gleichzeitig auch die große Septime des Grundtons in Harmonisch Moll, wenn wir also weiter vom Grundton A ausgehen, ist dies der Ton G# und die Dominante der E- Dur-Akkord:

Die große Septime wird auch als Leitton bezeichnet, da sie nur einen Halbtonschritt vom Grundton entfernt ist. Wenn man diesen Ton hört, erwartet man automatisch, dass der Grundton folgt, daher lässt sich E-Dur mit dem A Moll-Akkord im Anschluss schön und schlüssig auflösen. Im Übrigen sind auch Töne, die mit einem Halbtonschritt abwärts aufgelöst werden, Leittöne bzw. werden auch Gleittöne genannt.

 

So viel zur Theorie. Nun gehen wir zum praktischen Teil über und du lernst Pattern 4 zu spielen:

Wie die letzten Male auch, spielst du dieses Pattern in Terzen, um es auch in einem musikalischeren Kontext anzuwenden und zu hören:

Nun lernst du durch die folgenden Licks, mit diesem Pattern Musik zu machen. Das erste Beispiel ist ein Verbindungslick zwischen Pattern 3 und 4. Es funktioniert gut über dem E-Dur Akkord und lässt sich in A auflösen. Ebenso kannst du es auch über eine Akkordfolge im reinen Moll in A verwenden, da das G# nicht enthalten ist. Hier also Lick 1:

Lick 2 bewegt sich ausschließlich innerhalb des vierten Patterns. Achte darauf, dass du beim absteigenden Skalenlauf die D- und die A-Saite mit palm mute spielst!

Im Video kannst du sehen und hören, wie die hier gezeigten Beispiele gespielt werden. Die Licks habe ich sowohl langsam bei 60 als auch schnell bei 120 bzw. 100 bpm für dich eingespielt:

Ich hoffe, dass dir das Wissen aus diesem Teil des Workshops helfen wird, in deinen Soli noch mehr Spannung aufzubauen und die richtigen Töne zu wählen. Je mehr man über die Funktionsweise von Skalen weiß, desto aussagekräftiger kann man darin spielen.

 

Nächstes Mal schließen wir diesen Workshop mit dem fünften und letzten Pattern ab.

 

Bis dahin – keep grooving!

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