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Der Metal-Galopp

Willkommen zum zweiten Teil meiner Stilfrage-Workshopreihe! Heute geht’s um den Metal-Galopp, ein für diese Stilistik sehr typisches Rhythmuspattern. Gerade bei hohem Tempo in Verbindung mit Double Bass vom Schlagzeug knüppelt dieser Rhythmus einfach sehr schön, genau das, was man für Metal braucht. Hier ist vor allem das Handgelenk deiner Schlaghand gefordert und du musst wirklich präzise mit Klick spielen können, damit es rhythmisch und treibend klingt.

 

In diesem Artikel zeige ich dir zwei Grundübungen, mit denen du vorrangig erstmal dein Timing und die Ausdauer deines Handgelenks trainieren kannst. Gerade bei hohem Tempo ist die Bewegung nämlich sehr anstrengend, besonders, wenn du den Rhythmus über längere Zeit durchziehst. Zusätzlich zu den Übungen gibt’s noch zwei Riffs für den praktischen Bezug 😉 . Abgesehen vom zweiten Riff spielst du alle hier gezeigten Beispiele auf der leeren tiefen E-Saite, da du dich vorrangig auf die Schlaghand konzentrieren sollst.

 

Der Galopprhythmus entsteht durch zwei 16tel und eine Achtelnote. Hier ist es beim durchgehenden Galopp wichtig, dass deine Schlaghand sich konstant in 16teln bewegt. Am besten stellst du das Metronom also erstmal auf ein für dich angenehmes Tempo und spielst für den Anfang 16tel durch. Es reicht, wenn du nur eine, also die tiefste, Saite anschlägst, selbst wenn du Powerchords greifst. Spiele die tiefe E-Saite am besten Palm Mute, da es gerade verzerrt sonst zu sehr matscht und nicht mehr rhythmisch klingt.

 

Für den Galopp lässt du die letzte 16tel weg, machst also einen Luftschlag nach oben über die Saite hinweg. Übe diese Bewegung ruhig erstmal langsam ohne Metronom.Als erste Übung spielst du das Rhythmuspattern nur auf die Zählzeiten 1 und 3. Achte direkt auf ein sauberes Timing!

Metal Galopp, Übung 1

Für die zweite Übung spielst du auf jedem Taktschlag. Hier wird dein Handgelenk schon mehr gefordert. Übe daher erstmal wirklich auf einem langsamen Tempo, um deine Ausdauer zu trainieren. Sobald du den Rhythmus sauber mit Klick spielen kannst, steigere das Tempo nach und nach, soweit es dir möglich ist, den Takt zu halten. Achte auf die gleichmäßige 16tel-Bewegung deiner Schlaghand!

Metal-Galopp - Übung 2

Das erste Riff findet man oft so oder ähnlich in Breakdowns diverser Songs im Metal und Metalcore. Du beginnst mit dem Galopp und spielst dann zwei Achtel auf die 2, mit einem Ab- und Aufschlag. Du machst also zwei Abschläge nacheinander, für die Achtel auf der 1+ und die Achtel auf der 2. Danach machst du eine Achtelnote Pause und spielst auf der 3+ einen Aufschlag. Du kannst während der Pause einen Luftschlag nach unten machen, gerade, wenn du anfängst das Riff zu üben. So bleibst du im Rhythmus. Es folgen wieder zwei Achtel auf der vier und im zweiten Takt das Rhythmuspattern der ersten Hälfte des ersten Taktes zwei Mal hintereinander, also der Galopprhythmus und zwei Achtelnoten.

 

[Zusatztipp]: Im Metal werden häufig Downtunings genutzt. Drop D, C und tiefere Stimmungen sind keine Seltenheit. Wenn du normalerweise im Standardtuning spielst, kannst du deine Gitarre für dieses Riff ruhig zu Drop D stimmen, damit es etwas böser klingt. Bei tieferen Stimmungen fangen die Saiten dann schon an zu scheppern. Wenn du also grundsätzlich runterstimmen möchtest, solltest du die Halskrümmung anpassen (lassen).

Der Metal-Galopp - Riff 1

Das zweite Beispiel ist ein Riff im Stile von Iron Maiden. Hier spielst du die Pwerchords E, D und C auf der A-Saite:

Griffe für die Powerchords E, D und C auf der A-Saite

Du beginnst auf der 4+ und der Galopprhythmus verschiebt sich um eine Achtelnote, die 16tel befinden sich also jeweils zwischen den Zählzeiten auf den +s (sprich: unds 😉). Auf die Taktschläge spielst du dann die Achtel. Das Riff startet mit zwei Takten auf E und du dämpfst für den Galopp die A-Saite. Im zweiten Takt auf der 3 folgen zwei Achtel und auf der 4 eine Achtel auf dem ungedämpften Akkord. Die Achtel spielst du am besten alle mit Abschlägen. Auf der 4+ wechselst du dann mit einem weiteren Abschlag auf D, wieder für zwei Takte. Anschließend folgt der Wechsel auf C, welchen du nur einen Takt lang spielst. Der Galopprhythmus geht also bis zur vierten Zählzeit und auf der 4 machst du einen Achtelabschlag auf dem gedämpften C, bevor du auf der 4+ zum D Powerchord wechselst und diesen offen spielst. Das gleiche dann nochmal mit dem Wechsel auf E auf der 4+. E spielst du dann wieder für zwei Takte wie am Anfang und machst am Ende vier Achtelabschläge auf der 3 und 4, bevor das Riff wieder von vorne losgeht.

Der Metal-Galopp - Riff 2, Teil 1
Der Metal-Galopp - Riff 2, Teil 2
Der Metal-Galopp - Riff 2, Teil 3
Der Metal-Galopp - Riff 2, Teil 4

Die Tabs zu diesem Artikel gibt es wieder als kostenlosen Download unter folgendem Link: Der Metal-Galopp - Stilfrage 2

 

Außerdem kannst du dir mein Video zum Metal-Galopp anschauen und dir die Beispiele in langsam und schnell anhören und -sehen 😉 :

Das war’s erstmal zu diesem Aspekt der Rhythmusgitarrenarbeit im Metal. Achte beim galoppieren auch auf eine saubere Dämpfung deines Handballens, damit es wirklich rhythmisch klingt. Wenn du mit den Übungen und Riffs aus diesem Artikel gut zurechtkommst, suche dir auch Songs mit diesem Rhythmus, die du lernen möchtest.

 

Nächsten Monat geht es weiter mit der Stilfrage und einem anderen Thema. Über Metal werde ich in dieser Reihe aber auch nochmal schreiben und sprechen, keine Sorge 😉 . Bis dahin – keep grooving!

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