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Dein Einstieg ins Sweep Picking

Sweep Picking ist DIE Spieltechnik für viele Rock- und Metalgitarristen, fast schon der heilige Gral. Es ist aber auch wirklich beeindruckend, wenn jemand im halsbrecherischen (oder eher fingerbrecherischen 😉 ) Tempo über alle Saiten fegt und es klingt auch noch geil. Mit Geduld und gezieltem Üben kannst auch du das hinbekommen.

 

Die Schwierigkeit beim Sweepen ist, dass du meist nur einen Ton pro Saite spielst. Das heißt, du musst die Leersaite kurz, schnell und sauber auf’s Griffbrett gedrückt bekommen und sie beim Saitenwechsel direkt wieder loslassen. Die Töne dürfen nicht ineinander klingen, es darf aber auch nicht abgehackt klingen. Das erfordert viel Übung, eine gute Unabhängigkeit der Finger deiner Greifhand, präzises und sauberes Greifen und auch eine gewisse Kraft. Timing ist, wie bei allem in der Musik, natürlich auch enorm wichtig.

 

Beim Sweep Picking spielst du eigentlich immer über Arpeggios. Damit du dich erstmal an den Bewegungsablauf der Greif- und Schlaghand gewöhnen kannst, solltest du erstmal auf drei Saiten anfangen, diese Technik zu üben. Jaja, ,,Das ist aber langweilig!" 😉 . Über alle sechs Saiten zu sweepen ist natürlich viel cooler, aber du willst ja auch, dass es gut klingt, oder? Dementsprechend solltest du dir eine solide Technik antrainieren und dich Stück für Stück verbessern, von einfach zu kompliziert. Daher lernst du heute, über drei Arpeggioformen auf der g-, b- und e-Saite zu sweepen, und zwar über Dur-, Moll- und verminderte Akkorde.

 

Wir fangen erstmal mit dem Dur-Arpeggio an. Hier zeige ich dir ein E-Dur-Arpeggio, aber du solltest das Pattern über’s ganze Griffbrett und so auch für andere Akkorde spielen:

Sweep Picking-Übung 1: E Dur-Arpeggio in Tabulatur

Fange erstmal langsam an, um den Fingersatz zu üben. Du kannst auch erstmal mit Wechselschlag spielen, um dich auf die Greifhand zu konzentrieren. Sobald du das Arpeggio sauber spielen kannst, kommt die Schlaghand hinzu. Beim Sweepen machst du eine Abwärtsbewegung mit dem Plektrum über alle Saiten, setzt also nicht für jede Saite nochmal neu an. Diese Bewegung musst du natürlich an das Tempo deiner Greifhand und des Metronoms anpassen. Ach ja, übe sweepen direkt mit Metronom, damit es wirklich gleichmäßig klingt! Bei der Abwärtsbewegung ist es hilfreich, wenn du das Plektrum nicht völlig parallel zu den Saiten hältst, sondern etwas neigst und zwar mit der Spitze zu dir hin. Dann ist der Widerstand geringer und du kannst besser über die Saiten gleiten. Wenn du wieder aufwärts sweepst, neigst du das Plec entsprechend in die Gegenrichtung, also mit der Spitze zum Boden hin. Experimentiere mit dieser Haltung herum und schaue, wie stark du das Plektrum neigen musst. Die Bewegung kommt eher aus dem Arm heraus. Das kann sehr in die Schulter gehen, übe also nicht zu lange am Stück!

 

Für das E Dur-Arpeggio beginnst du mit dem Abschlag also bei der g-Saite und bewegst dich bis zur hohen e-Saite. Nach dem Abschlag machst du einen Hammer On und Pull Off mit dem kleinen Finger im 7. Bund. Währenddessen macht deine Schlaghand die Aufwärtsbewegung über die e-Saite hinweg zur b-Saite, damit sie dort in Position ist, sobald du diese im 5. Bund greifst. Von dort machst du den Aufschlag bis zu g-Saite und wiederholst dann das Pattern.

 

Gerade wenn du verzerrt spielst, solltest du übrigens ein Fret Wrap benutzen, da ansonsten zu viele Störgeräusche durch ungewollt mitschwingende Saiten entstehen. Eine um den Gitarrenhals im ersten Bund geknotete (gewaschene 😉 ) Socke tut’s aber auch. Zusätzlich solltest du bei viel Verzerrung auch den Handballen deiner Schlaghand zur Dämpfung nutzen und diesen kurz vor der Bridge auf die tieferen Saiten legen. Natürlich wird man bei genauem Hinhören immer noch Störgeräusche wahrnehmen, aber diese sind eher unauffällig.

 

Für das nächste Arpeggio verschieben wir den Zeigefinger in die dritte Lage und spielen einen verminderten E-Akkord. Hier machst du den Hammer On/Pull Off in den 6. Bund der hohen e-Saite. Die Bewegung der Schlaghand bleibt gleich. Das sieht dann so aus:

Sweep Picking-Übung 2: E vermindert Arpeggio in Tabulatur

Das letzte Arpeggio ist ein E-Moll7-Arpeggio. Dieses basiert auf dem E Moll- Barréeakkord auf der A-Saite. Du beginnst also ab der g-Saite im 9. Bund über diese Akkordform zu sweepen, gehst über die b-Saite im 8. und die hohe e-Saite im 7. Bund, machst einen Hammer On/Pull Off mit dem kleinen Finger in den 10. Bund und sweepst dann ab der b-Saite zurück:

Sweep Picking-Übung 3: E Moll7-Arpeggio in Tabulatur

Verschiebe, wie gesagt, diese Arpeggios über’s ganze Griffbrett, wenn du sweepen übst und fange langsam an. 60 bpm sind für den Anfang meist langsam genug, aber im Zweifelsfall kannst du das Metronom auch noch weiter runterstellen. Das Wichtigste ist, dass du sauber und in time spielen kannst. Die Geschwindigkeit kommt dann mit der Zeit. Mit diesen Übungen schaffst du dir in jedem Fall eine solide Grundlage für’s Sweep Picking.

 

Zu diesem Artikel gibt es auch ein Video, in dem du die Bewegungen der Greif- und Schlaghand unter die Lupe nehmen kannst 😊. Teilen, abonnieren und Däumchen nach oben nicht vergessen 😉:

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