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DAS Notationsprogramm für Gitarristen

Guitar Pro - Logo

Guitar Pro von Arobas Music ist ein sehr beliebtes Programm in der Gitarristenwelt. In fast allen Bands, in denen ich bisher gespielt habe, wurde es genutzt, um eigene Songs auszunotieren und zu verschicken, damit jeder damit üben oder weiter daran arbeiten konnte. Ich nutze GP schon viele Jahre, wie lange genau, weiß ich nicht mehr. Daher ist es doch mal Zeit, dass ich dir dieses Programm vorstelle 😊 .

 

Die Benutzeroberfläche ist in Guitar Pro 7.5 dunkel gehalten, was mir mit meiner Blendempfindlichkeit sehr sympathisch ist. Die Menüführung und die Werkzeugpalette sind in einem dunklen Grau und nur das Blatt mit der Partitur ist weiß bzw. eher cremefarben. Ebenfalls hilfreich für mich ist es, dass man die Partitur reinzoomen kann. Bis zu 800 % Vergrößerung sind möglich, wobei ich die glücklicherweise nicht brauche 😉 . Sehr praktisch ist, dass man, im Gegensatz zu Guitar Pro 5, mehrere Dateien in einem Fenster öffnen kann, deren Titelleisten wie Karteikarten über der Partitur angezeigt werden. Dadurch entsteht kein Chaos an offenen Programmfenstern in der Taskleiste 😉 . Im Programm lässt sich alles in Tabulatur notieren – sehr gitarristenfreundlich also. Über den Tabs hat man zusätzlich das Notensystem und man kann wählen, wie man die Partitur angezeigt bekommen möchte: nur Tabs, nur Notenschrift oder beides zusammen. Außerdem kann man sich den Rhythmus in Form von Rhythmusslashes über dem Notensystem anzeigen lassen. Darüber hinaus gibt es eine Griffbrett- und eine Klaviaturansicht, mit deren Hilfe man durch Klick in den entsprechenden Bund/auf die entsprechende Taste Noten in die Partitur einfügen kann.

Die Griffbrettansicht in Guitar Pro 7.5
Die Griffbrettansicht in Guitar Pro 7.5

In der Werkzeugpalette findet man alles, was man für die Notation braucht: Notenwerte, Akkordeditor, Funktionen für Artikulation wie Slides, Legato oder Bendings. So kann man alles genau so notieren, wie es klingen soll. Dabei kann man die entsprechenden Funktionen durch Markierung der Note und Klick auf den Button einfügen oder Tastaturshortcuts nutzen. Diese werden angezeigt, wenn man die Maus über eine Funktion bewegt. Auch Songtexte lassen sich einfügen und passend zur Notation anzeigen, mit dieser Funktion habe ich aber bisher noch nicht gearbeitet.

Werkzeugpalette in Guitar Pro 7.5
Die Werkzeugpalette

Außerdem kann man Anmerkungen zu jedem Takt einfügen und die Partitur durch Marker in Songabschnitte einteilen, sodass man über das Menü einfach von Songteil zu Songteil springen kann. Mithilfe des Gestaltungsmodus kann man die Partitur übersichtlicher machen, z.B. indem man jede Zeile in die gleiche Anzahl an Takten aufteilt und die Taktstriche an die gleiche Position verschiebt wie in der Zeile darüber. Durch Doppelklick auf eine der hinzugefügten Spuren unten im Programmfenster kann man noch weitere Dinge in den Spureigenschaften anpassen, wie z.B. das Tuning der Gitarre oder des Basses. Sogar den Spielstil kann man hier einstellen, z.B. ob mit Plektrum oder fingerstyle gespielt wird, wie stark beim Palm Muting abgedämpft und wie stark betont wird. Dadurch kann man den Sound etwas ,,vermenschlichen“ und seine klanglichen Vorstellungen wirklich sehr exakt umsetzen.

Spureigenschaften in Guitar Pro 7.5
Die Spureigenschaften

Was man ausnotiert, kann man sich praktischerweise auch vorspielen lassen, was sich wiederum auch prima als Backingtrack zum Üben eignet. Hier kann man sich alles entweder im MIDI-Sound oder über die RSE (= Real Sound Engine) mit ,,echten“ Instrumentenklängen anhören. Natürlich kann man hier keine Klangwunder erwarten, die Drums sind mir z.B. zu reverblastig. Aber es ist in jedem Fall schöner, als alles über MIDI zu hören und bei dem Preis kann man auch nicht wirklich mehr erwarten. Für Gitarre und Bass steht Ampmodeling zur Verfügung. Zusätzlich hat man eine breite Palette an Instrumenten zur Auswahl, z.B. Streicher, Bläser, Piano und Synthesizer. Die Spuren, die man bei der Wiedergabe nicht hören möchte, lassen sich stummschalten, ebenso kann man die Lautstärke und das Panning anpassen, falls man z.B. eine Gitarre gerne über den rechten und die andere über den linken Lautsprecher hören möchte.

 

Außerdem kann man Dateien in verschiedenen Formaten abspeichern. Ob man die Noten als PDF zum weiterverschicken auf dem Rechner haben, die Audiodatei als .wav zu Demozwecken an seine Bandkollegen schicken oder die MIDI-Datei für andere (bessere 😉 ) virtuelle Instrumente bzw. Plugins nutzen möchte, die Möglichkeiten sind geboten. Die Dateien lassen sich auch in ältere Guitar Pro-Formate exportieren wie .gpx und .gp5. Andersrum kannst du auch Formate wie Guitar Pro 5- oder Powertabdateien mit Guitar Pro 7.5 öffnen. Solltest du also bisher eins der besagten Programme genutzt haben, brauchst du dir beim Umstieg auf Guitar Pro 7 keine Gedanken zu machen. Auch ein nettes Feature: öffnet man das Programm, kann man nicht nur Vorlagen für die Notation wählen oder sich Beispiele in verschiedenen Stilen anhören, es gibt auch einen kostenlosen Tab des Tages. Heute, wo ich diesen Artikel schreibe, ist es Cochise von Audioslave.

Songinformationen in Guitar Pro 7.5
Natürlich kann man auch Songtitel, Interpret etc. eingeben

Für mich ist Guitar Pro aus dem Musikeralltag nicht mehr wegzudenken. Ich nutze es zum üben, transkribieren, um Songideen festzuhalten und auszuarbeiten und Material für Unterricht, Youtube und Blog zu erstellen. Das Programm hat eine angenehme Benutzeroberfläche, alle Funktionen, die ich so brauche und läuft absolut flüssig. Selbst auf meinem alten Laptop 😉 .

 

Auf der Webseite des Herstellers gibt es eine kostenlose Testversion. Der Preis der Vollversion beträgt 69,95 € , beim Upgrade 34,95 € . Guitar Pro läuft ab Windows 7 (falls du leichtsinnigerweise noch nicht auf 10 umgestiegen bist 😉 ) und Mac Yosemite 10.10.

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